Energiestandards Passivhaus, KfW40+, KfW40, KfW55, KfW70, GEG

Was bedeutet denn genau KfW40+, KfW40, KfW55, KfW70 oder Passiv-Haus?

Diese Begriffe hört man immer wieder, wenn es um Energieeffizienz von Gebäuden geht. Aber was bedeuten sie genau?

Der Gesetzgeber unterstützt energieeffizientes Bauen über verschiedene Wege. Ein Weg sind Kredite über die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW.
Dazu hat die KfW ein Kreditprogramm für den Neubau mit der Nummer 153 und für die Sanierung von Bestandsimmobilien unter der Nr 151 aufgelegt.
Im Rahmen dieser Förderprogramme hat die KFW verschiedene Standards geschaffen und mit den Begriffen KfW40+, KfW40, KfW55, KfW70 und PassivHaus belegt.
Vereinfacht gesagt bedeutet z.B. KfW55: Das Haus darf maximal 55% soviel Energie verbrauchen wie das nach ENEV2016 berechnete Referenzhaus.
Dazu kommen noch weitere Anforderungen z.B. an den maximal zulässigen Transmissionwärmeverlust der Außenhülle usw. Nachzulesen unter den Bedingugen der KfW. Dies führt dazu, das derzeit (Stand 11/2020) ein
  • KfW40 oder KfW40+ - Haus maximal ca. 28kWh/m²a
  • KfW55 - Haus maximal ca. 38kWh/m²a
  • KfW70 - Haus maximal ca. 50kWh/m²a
  • Passiv-Haus maximal 15kWh/m²a
an Energie für Heizen + Warmwasser für eine 4-köpfige Standard-Familie nach DIN verbrauchen darf. (m²a = pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr)
Der Standard KfW70 entspricht in etwa den derzeitigen Mindestanforderungen des GebäudeEnergiegesetzes, kurz GEG und stellt somit nichts besonderes mehr dar. Dieses Förderprogramm hat die KfW im Neubau deshalb auslaufen lassen.

Was ist der Unterschied zwischen KfW40 und KfW40+?

Bei einem KfW40+ - Haus ist im Vergleich zu einem KfW40 - Haus zusätzliche eine aus erneuerbaren Energien stromerzeugende Anlage erforderlich. Im privaten Wohnbau für 1 und 2-Familienhäuser wird dazu meist eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) verwendet. Möglich wären aber auch beispielsweise ein Blockheizkraftwerk (BHKW), eine Brennstoffzelle oder ein Windkraftwerk.
Wird eine PV-Anlage eingesetzt, gibt es dafür eine Mindestgröße die sich wie folgt berechnet: 500kWh je Wohneinheit und Jahr + 10kWh je m² Wohnfläche und Jahr. Für ein Einfamilienhaus mit ca. 150m² Wohnfläche müsste die Anlage in unseren Breiten bei optimaler Ausrichtung somit eine Leistung von ca. 2kWp haben (Die genaue Berechnugn erfordert weitere orts- und gebäudeabhängige Parameter).

Was bedeutet EnEV bzw. GEG

Bis zum 31.10.2020 wurde in der EnergieEinsparVerordnung, kurz EnEV, geregelt, welchen Energieverbrauch Gebäude haben dürfen. Dazu gab es verschiedene Neuerungen wie z.B. die EnEV2009, EneV2014, EneV2016 und EnEV2019. Jede dieser Novellen brachte höhere Anforderungen mit sich. Die KfW orientierte sich aber auch nach Erscheinen der EnEV 2019 immer noch an den Werten der EnEV2016.
Neben der EnEV gab es zwei weitere Gesetze zum Thema Energie in Gebäuden, nämlich das ErneuerbareEnergienWärmeGesetz, kurz EEWärmeG und das EnergieeinsparGesetz, kurz EnEG.
Im Zuge einer generellen Neuordnung wurden diese 3 Gesetze nun im neuen GebäudeEnergieGesetz, kurz GEG, zusammengefasst und ist gültig seit dem 1.11. 2020

Förderung nach KfW40p, KfW40, KfW55 und KfW70 bzw. Passivhaus

Wei schon angesprochen, hat die KfW dazu ein Förderprogramm. Grundsätzlich sieht dies so aus, das es derzeit (Stand 11/2020) einen KfW-Kredit biw 120.000€ je Wohneinheit gibt. Die Konditionen sind dabei derzeit ähnlich wie "normale" Bankkredite. Interessant sind diese Kredite, da es nach Beendigung der Baumaßnahmen einen Teilgungszuschus bis zu 30.000€ gibt.
Im Einzelnen beträgt der maximale Tilgungszuschuß je Wohneinheit bei einem
  • KfW40+ - Haus = 30.000€
  • KfW40 - Haus = 24.000€
  • KfW55 - Haus = 5.000€
D.h. Haben Sie 120.000€ KfW-Mittel in Anspruch genommen und ein KfW40+ - Haus gebaut, müssen Sie nur noch 90.000€ zurück bezahlen.
Haben Sie z.B. 2 Wohnungen im Haus (z.B. auch eine Einliegerwohnung), können Sie die Förderung auch 2mal in Anspruch nehmen und so bis zu 60.000€ geschenkt bekommen.

Weitere Förderung

Darüber hinaus gibt es noch weitere Einzel-Fördermaßnahmen seitens der KfW oder auch des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA
Teilweise haben auch einzelne Bundesländer und Kommunen weitere Förderprogramme.

Berechnung bzw. Gegenüberstellung?

Auf der Seite Energiekosten haben wir einen Energiekostenrechner erstellt, indem Sie die zu erwartenden Energiekosten der verschiedenen Standards vergleichen können.

Was tun?

Lassen Sie sich zu den Möglichkeiten und Auswirkungen der unterschiedlichen Programme und Bedingungen von uns und unseren spezialisierten Finanzierungspartnern beraten um so das für Sie optimale Ergebnis zu erzielen.

Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen

Ihr Ich möchte ein Haus - Team

Agenda / Links:

Die obige Beschreibung ist an verschiedenen Stellen auf das Wesentliche reduziert und erhebt keinen Anspruch auf vollständiger Beschreibung der jeweiligen Vorgaben. Genaueres können Sie in den jeweiligen Gesetzestexten bzw. anderen Programmen nachlesen und würde an dieser Stelle zu weit führen.