Wilfried Wacker
Autor:
Wilfried Wacker

Wilfried Wacker ist Experte für Neu bauen, Sanieren, Energetische Energiekonzepte.

Fenster öffnen zum Lüften im Passivhaus?

Fenster öffnen zum Lüften im Passivhaus?

Bei Häusern mit kontrollierter Lüftung bzw. Passivhäusern stellen die Bewohner immer wieder die Frage: "Darf ich das Fenster noch öffnen?"

Auch wenn es technisch gesehen nicht mehr notwendig bzw. kontraproduktiv ist, kann natürlich auch in einem Passivhaus das Fenster noch geöffnet werden.
Jedoch sollte man die Öffnungszeit, zumindest während der Heizperiode, kürzer halten.

Bei Häusern mit kontrollierter Lüftung, dazu gehörne auch Passivhäuser, ist ein manuelles Lüften nicht mehr notwendig. Diese Aufgabe übernimmt die installierten Technik. In der Regel ist dabei zusätzlich noch eine Wärmerückgewinnung installiert. Dies wirkt sich auf die Energiebilanz des Gebäudes aus, da ein Großteil der Wärmeenergie (> 80%) wieder zurück gewonnen wird, die beim manuellen Lüften verloren geht, quasi "zum Fenster rausgeschmissen" wird.

Jedoch ist dies in den Köpfen, oder besser gesagt im "Bauch" der Bewohner bislang noch nicht so ganz angekommen.

In einer Studie des "Institut Wohnen und Umwelt (IWU)" hat dieses das Energienutzungsverhalten von Bewohnerinnen und Bewohnern zweier Passivhaus-Objekte der ABG Frankfurt Holding in Frankfurt untersucht. An der schriftlichen Mieterbefragung nahmen insgesamt 73 Personen teil, was einer Beteiligung von 75% bzw. 52 % entsprach.

Der Schwerpunkt der Studie lag dabei in der detaillierten Erfassung des Fensteröffnungsverhaltens im Winter.
Da über das manuelle Lüften viel Wärme verloren gehen kann, ist dies insbesondere in Pasisvhäusern ein wichtiges Kritierium der Energieeffizienz. Da diese Gebäude über eine kontrollierte Zwangslüftung verfügen, ist ein manuelles Lüften nicht nur nicht mehr notwendig, sondern kontraproduktiv. Die Lüftungssteuerung regelst selbsttätig, wann wieviel Luft ausgetauscht werden muß um die Luftfeuchtigkeit im Raum auf einem optimalen Niveau zu halten. Jeder manuelle Eingriff stört dabei das Regelverhalten und führt zu einem höheren Energiebedarf.

Die Studie hat dabei gezeigt, dass die Mehrzahl (ca 82%) der Bewohner trotzdem nicht auf das manuelle Lüften verzichten. Anscheinend ist das "Bauchgefühl", das über das manuelle Lüften mehr "frische Luft" ins Gebäude kommt nach wie vor vorherrschend.
Positiv war jedoch, dass die Mehrheit der Bewohner Ihr manuelles Lüftungsverhalten angepasst und die Lüftungszeiten deutlich reduziert haben.  

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