Wilfried Wacker
Autor:
Wilfried Wacker

Wilfried Wacker ist Experte für Neu bauen, Sanieren, nachhaltige Energiekonzepte.

E-Zweisitzer soll Pendeln klimaverträglicher machen

E-Zweisitzer soll Pendeln klimaverträglicher machen

Das DLR ( Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt ) stellt den Prototyp eines "Safe Light Regional Vehicle" vor.
Futuristischen Zweisitzer in Higend-Leichtbau und Hybridantrieb.

Mit einem futuristisch gestalteten Kleinfahrzeug mischt nun auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Mobilitätswende mit.
Mit dem SLR hat die Forschungsinstitution hat einen Prototyp für ein "Safe Light Regional Vehicle" (SLRV) entwickelt und nun vorgestellt. Aufgrund konsequenter Verwendung von HighEnd-Sandwichwerkstoffen wiegt die Karrosserie gerade mal 90kg.
Als Antriebseinheit gesellt sich ein hocheffizienter Brennstoffzellenantrieb", dazu. So ergibt sich eine ressourcenschonende sichere Mobilität.

Sandwichbauweise

Am vergangenen Donnerstag absolvierte der Flitzer seine Jungfernfahrt. Der 3,8m lange Zweisitzer ist bewusst neiderig gehalten, um den Luftiwederstand niedrig zu halten und so weniger Energie zu verbrauchen. Das Sanwich-Material der Karrosserie besteht aus einer metallenen Decklage mit Aluminium und einem Kunststoffschaum im Inneren. Das als Crashzone dienende vordere und hintere Teil des Autos sind aus diesen Sandwichplatten hergestellt. Gleichteitig ist dort auch ein Großteil der Fahrzeugtechnik untergebracht.

Die Fahrgastzelle besteht aus einer Wanne mit einer aufgesetzten Ringstruktur. Sie soll die Kräfte aufnehmen, die während der Fahrt auf das Auto wirken, und die Insassen bei einem Aufprall schützen. Derartige Strukturen aus Sandwich-Materialien kommen laut DLR in der Serienfertigung von Fahrzeugen bisher nicht vor. Insoweit geht es bei dem Projekt auch darum, das Potenzial dieses Verfahrens aufzuzeigen sowie die zugehörigen Fertigungstechnologien zu entwicklen bzw. zu optimieren.

Reichweite und Energieverbrauch

Energiesparen ist angesagt. Neben dem geringen Gewicht setzen die Forscher deshalb auf einen Hybridantrieb, bestehnd aus einer Brennstoffzelle und einer Batterie.  Die Brennstoffzelle liefert dabei eine konstante Leistug von 8,5kW. Wird mehr Energie benötigt, z.B. beim Beschleunigen, wird diese von der Batterie geliefert. Der für die Brennstoffzelle notwendige Tank mit einem Fassungsvermögen von 1,6kg Wasserstoff sitzt zwischen den Sitzen. Diese Kombination wiegt weniger als herkömmliche Batteriesysteme und sorgt für eine Reichweite von rund 400 Kilometern. Dabei beträgt die Höchstgechwindigketi autobahntaugliche 120km/h. Die Abwärme der Brennstoffzelle wird zur Beheizung des Innenraumes genutzt. Außerdem wirkt sich die gute Wärmeisolierung der Sandwich-Karosserie im Sommer positiv auf den Energiebedarf der Klimaanlage aus und im Winter auf den Wärmebedarf.

Einsatzgebiet und Preis

Der 450 Kilogramm leichte Zweisitzer sieht das DLR als vollwertiges vierrädriges Leichtelektromobil in der L7e-Klasse an. Ein in der gleichen Energieeffizienzklasse in Großserie gefertigtes Fahrzeug ist der Renault Twizy. Allerdings hat das SLRV-Hybrid-Fahrzeug einen wesentlichen Vorteil: Ist der "Tank" mal leer, ist er in wenigen Minuten wieder vollgetankt und die Fahrt kann weiter gehen.

Somit ist der kleine Flitzer optimal als Pendlerauto, als Zubringer im öffentlichen Nahverkehr oder als Car-Sharing-Fahrzeug geeignet und wird seinen EInsatz vor allem in urbanen Randgebieten oder im außerstädtischen Bereich finden. Er könne den öffentlichen Nahverkehr ergänzen oder als Zweitwagen genutzt werden.

Die Anschaffungskosten werden vom SLRV-Team zurzeit auf rund 15.000 Euro geschätzt. Tjark Siefkes, Vizedirektor des DLR-Instituts für Fahrzeugkonzepte, spricht von einem "greifbarer Baustein einer Technologieplattform für lokal emissionsfreie, leise und individuelle Mobilität".
Wann das E-Mobil auf den Markt kommen könnte wird davon abhängen, inwieweit das DLR entsprechende Industriepartner findet, die das Auto in Serie fertigen werden. Es bleibt spannend.

Bildnachweis: (Bild: DLR (CC-BY 3.0))

Weitere Infos unter: Weitere Infos beim DLR

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