Wilfried Wacker
Autor:
Wilfried Wacker

Wilfried Wacker ist Experte für Neu bauen, Sanieren, nachhaltige Energiekonzepte.

Pelletmarkt (Pellets und Geräte) in Deutschland zieht spürbar an

Pelletmarkt (Pellets und Geräte) in Deutschland zieht spürbar an

2020 stellt auf dem Pelletsmarkt eine Trendwende dar. So stieg die Produktion von Pellets auf über 3 Mio. Tonnen (t). Hintergrund dieser Entwicklung ist der starte Anstieg von installierten Pelletsheizungen. Dies entspricht einem Anstieg von über 78% im Bereich von Pelletsheizungen gegenüber 2019. Von den derzeit insgesamt installierten 546.000 Pelletfeuerungen entfallen alleine 61850 Neuinstallationen auf das Jahr 2020 .

Laut dem Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) entspricht dies 3,5Mio t. eingespartem CO₂

Für 2021 rechnet der DEPV mit einen Anstieg von weiteren 10%.

Mit derzeit ca. 3,1 Mio t in Deutschland produzierten Pellets nimmt Deutschland damit eine absolute Spitzenstellung ein. Davon wurden in Deutschland selbst rund   2,8 Mio t verbraucht. Der Rest ging in den Export.

Laut DEPV-Geschäftsführer Martin Bentle sind für das Wachstum drei wesentliche Faktoren verantwortlich: Niedrige Verkaufszahlen in den Vorjahren, deutlich gestiegene Förderungen und zunehmendes Umweltbewusstsein der Verbraucher.

Der Preis je kWh lag 2020 bei Pellets bei ca. 4,75 ct, für Heizöl bei ca. 4,98 ct/kWh und für Gas bei ca. 6,23 ct/kWh. Somit war Pellets derzeit eine der preisgünstigsten Primärenergieträger für Heizungsanlagen. Allerdings sollte man ehrlicherweise eine Gesamtkostenrechnung erstellen. Für die Kosten einer Heizung ist nicht nur der Primärenergieträger verantwortlich, sondern auch die Heizungsanlage selbst, der Unterhalt derselben (Wartung, ggf. Kaminfeger, u.a.) sowie evtl. zusätzlich benötigter Platz, z.B. für ein Pelletslager, Öllager oder ähnlich. Vergessen soltle man auch das Thema Feinstaub nicht und zukünftig weiter steigende Auflagen ( BIMSCHG - BundesImmissionsSchutzGesetz ) .

Dieses Wachstum bringt allerdings auch eine negative Seite für die Verbraucher mit sich. Mit der steigenden Nachfrage dürfte demnach auch der Preis steigen.
Mitverantwortlich dürfte ist sicherlich auch die in den letzten Monaten stark gestiegene Nachfrage nach Holz aus Deutschland auf den internationalen Märkten sein, was zu teilweise sehr stark gestiegene Holzpreisen geführt hat und weiter führen dürfte. In manchen holzverarbeitenden Branchen haben sich deshalb die Lieferfristen erheblich verlängert und die Preise stark erhöht.

 

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